Du und Dein Nissan Leaf (2018)

Getreu einer alten Fernsehsendereihe Du und Dein Garten möchte ich heute mal auf meinen Alltag mit dem Nissan Leaf eingehen. Wie schafft man es, ohne festen Ladepunkt zu Hause oder auf Arbeit fast uneingeschränkt zu fahren? Einfach machen! Mit den nachfolgenden Tipps habe ich mir den Alltag erleichtert.

Wo Laden?

Dort wo man steht und laden kann, sollte man auch laden. Ich fahre zu Ikea, dann lade ich bei Ikea, ich fahre in die Stadt (Dresden) ich suche mir eine Ladesäule und lade (parke) dort. Laden ist meist günstiger als die Parkgebühren. Ich bin in der Nähe einer Ladesäule und der Fußweg ist nicht übermäßig weit, dann stelle ich mein Auto ab und lauf ein paar Meter.

Wie finde ich die nächste Ladesäule?

Dies ist zum Anfang recht unübersichtlich. Gefühlt hat jeder Ladeanbieter seine eigenen Säulen. Bei der GET CHARGE (vormals Telekom Ladestrom) wird es ganz Wild, da gibt es bevorzugte Ladestellen und sonstige Ladestellen.
Hilfreich sind für mich zwei Quellen. Das ist zum einen die Webseite goingelectric wo es eine interaktive Karte gibt mit dem vollständigsten Verzeichnis, was ich kenne. Dazu gibt es eine APP chargeEV die auf den Datenbestand von goingelectric zugreift. Um zu sehen ob eine Ladestation belegt ist die man anfahren will nutze ich den Dienst von MOOVILITY.me den gibt es auch als App.

Was ist der beste Tarif?

Hier gibt es keine klare Aussage. Die Unübersichtlichkeit der Tarife ist derzeit enorm. Eine Empfehlung, die ich geben kann, ist MAINGAU Einfach Strom laden. Dieser Anbieter deckt ein recht hohes Ladesäulennetz ab und ist mit 0,25€ pro kw/h einer der günstigsten Anbieter auf dem Markt. Aufgrund dieser Unübersichtlichkeit haben sich scheinbar der Dienst Plugchecker zur Aufgabe gemacht, pro Ladepunkt die Kosten der dort nutzbaren Anbieter, aufzuzeigen.

Langstrecke wie geht das?

Ein wenig wie zu Zeiten, wo es noch keine Navigationsgeräte gab, dennoch voll digital. Nehmen wir mal an, das wir von Dresden nach Koserow auf der Insel Usedom fahren wollen. Die im Fahrzeug befindliche Routenplanung ist aus meiner Sicht alles andere als schön. Daher plane ich Langstreckenfahrten mit A Better Routeplanner. Start und Ziel eingeben, bei Bedarf noch ein paar weitere Details angeben und fertig.

Nun bekommt man angezeigt, wo man wie lange laden muss, um an seinem Ziel anzukommen. Passt, mehr braucht man nicht. Ich glaube, dass dieser Dienst einer der wichtigsten Informationsquellen für eine Langstreckenplanung ist.

Tesla-Feeling auf der Langstrecke?

Was Tesla in Ihrer Navigation auf Langstrecke richtig gut kann, ist die Planung der Zwischenstopps und die dynamische Anpassung an die realen Verbrauchswerte. Das geht auch im Nissan Leaf, nicht im Standard aber es geht. Hier nun mein Setup:

Zunächst muss man sich die Livewert aus dem Fahrzeug besorgen. Dazu benötigt man einen LELink Bluetooth Low Energy BLE OBD-II Adapter und die App LeafSpy Pro. Weiterhin benötigt man bei A Better Routeplanner ein Login und kann damit von LeafSpy Pro die Daten an den Routenplaner übergeben. That’s it.

Wo sind die Grenzen der Reichweite?

Es ist Luft, richtig viel Luft. Dank dem OBD2 Adapter, sieht man die realen Werte und kann dann auch schon mal ruhigen Gewissens den Wagen leer fahren. Auch wenn die Anzeige nix mehr anzeigt und man spätestens jetzt panisch wird, kann man noch eine ganze Weile fahren. In meinem Fall waren es noch 19 km bis der interne Ladestand die 5%-Grenze erreicht hätte. Wir haben es locker noch bis zum Lader geschafft. Dieser meinte aber, auch das da nix mehr drin war.

Was bleibt?

Das Gefühl eine gute Entscheidung bei der Wahl des Fahrzeuges und der Antriebsart gemacht zu haben. 4 Wochen und 1700km bisher und ich kann guten Gewissens sagen, dass ich wieder Freude am Autofahren gefunden habe.

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